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Fasten – Ein Beitrag zur Darmgesundheit

“Mehrere Tage lang nichts essen? Das schaffe ich nicht…“ – Diese und ähnliche Bedenken haben viele Menschen, bevor sie das erste Mal die Erfahrung machen: Fasten tut gut, Fasten entlastet Körper und Seele.

Für viele Menschen gehört es zur Tradition, ein oder zwei Mal im Jahr für einige Tage auf feste Nahrung zu verzichten. Sie nehmen in dieser Zeit nur Wasser und Tee, Saft, Molke oder Gemüsebrühe zu sich.

Fasten ist traditionell religiös motiviert. Im Christentum sind es die Wochen vor Ostern, die früher dem Fasten vorbehalten waren. Auch heute nehmen viele Christen diese Zeit zum Anlass, ihre Nahrungsroutine zu durchbrechen.

Fasten, das nicht religiös motiviert ist, dient dem Wohlgefühl und der Gesundheit. Deshalb wird es Heilfasten genannt.

Heilfasten kann zu jeder Zeit im Jahr und nach verschiedenen Methoden praktiziert werden. Allen Methoden gemeinsam ist, dass sie den Darm entlasten, die Stimmung heben und das Körpergefühl verbessern können.

Was genau passiert beim Fasten?

Fasten: Urlaub für Körper und Seele

Die positive Wirkung des Fastens bei rheumatischen Erkrankungen ist bereits klar durch Studien belegt. Darüber hinaus lindert Fasten erfahrungsgemäß – in Absprache mit dem Arzt – eine Vielzahl anderer Erkrankungen:

• Arthrose
• Bluthochdruck
• CMS (Chronisches Schmerzsyndrom)
• Diabetes
• Herz-Kreislauf-Erkrankungen
• Migräne

In der menschlichen Entwicklungsgeschichte gab es regelmäßige Fastenzeiten, wenn die Nahrung knapp war. Da das Aufnehmen und Verarbeiten der Nahrung für den Körper Stress und Arbeit bedeutet, waren die „erzwungenen“ Fastenzeiten willkommene Arbeitspausen für die Verdauung.

Also könnten wir das Fasten heute als ein Nachahmen der erzwungenen Pausen betrachten.
Dann ist es kein Wunder, dass der Körper so nachhaltig darauf reagiert. Es ist, als würden die Zellen sich erinnern:

• Ablagerungen im Darm werden ausgeschieden.
• Die Darmzotten werden besser durchblutet.
• Die Darmflora regeneriert sich.
• Die Leber, das größte Entgiftungsorgan, erholt sich.

Und die Stimmung? Sie kann zu Beginn des Fastens ein wenig gedrückt sein. Auch Entschlacken ist anstrengend, die Umstellung auf den Nahrungsverzicht sowieso. Frösteln, Müdigkeit und Niedergeschlagenheit können sich einstellen. Doch darauf folgt die „Belohnung“:

• Gehobene Stimmung
• Klares Denken
• Geschärfte Sinne
• Guter Schlaf

„Schuld“ daran ist nicht nur der Stolz aufs eigene Durchhalten, sondern der vermehrte Ausstoß des bekannten „Gute-Laune-Hormons“ Serotonin. Hinzu kommt ein verbessertes, leichtes Körpergefühl.

Wer fasten möchte, hat die Wahl: Möchte ich allein fasten? Oder schließe ich mich einer Fastengruppe an?

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Fasten allein oder in Gesellschaft

Grundsätzlich besteht die Wahl zwischen dem Fasten für sich allein und dem Fasten in Gesellschaft mit anderen. Viele Menschen haben gute Erfahrungen mit Fastengruppen gemacht. Hier tauschen sich die Fastenden untereinander über ihre Erfahrungen aus und geben einander Tipps. So eine Gruppe kann man im eigenen Wohnort besuchen, es gibt in größeren Städten verschiedene Angebote.

Auch der Besuch einer Klinik ist eine gute Idee. Während das Fasten zu Hause viele Ablenkungen bietet, ist eine Fastenklinik ein geschützter Ort. Ein weiterer Vorteil ist die ärztliche Betreuung. Die Angebote verschiedener Entspannungsmethoden sind eine angenehme Begleitung der Fastenzeit und erleichtern die Auszeit vom Alltag.

Fastenwandern in der Gruppe ist ein traditionelles Konzept, das sich großer Beliebtheit erfreut. Die Bewegung an der frischen Luft regt den Stoffwechsel an und fördert den Effekt des Fastens.

Nach dem Fasten: Langsam in den Alltag zurück

Traditionell wird das Fasten mit dem Verzehr eines Apfels beendet. Diese erste Mahlzeit heißt „Fastenbrechen“. Sie ist ein besonderes Erlebnis, der Apfel duftet und schmeckt intensiver, das Kauen erfolgt langsam und bewusst. Vielleicht ist man schon nach einem halben Apfel satt, das ist in Ordnung.

Die Tage danach sind eine langsame Rückkehr in den Alltag. Auf dem Speiseplan sollten weiterhin milde, am besten fleischlose Mahlzeiten stehen. Alles was stark fett, süß oder stark gewürzt ist, sollte gemieden werden. Auch Genussgifte sollten noch eine Weile warten: Kaffee, Tee und Alkohol würden den Fasteneffekt beeinträchtigen.

Kleine Mahlzeiten sind jetzt bekömmlicher und verwundert wird man feststellen, dass man viel schneller satt ist als vor dem Fasten. Das ist eine Chance zu einer nachhaltigen Veränderung.

Zeit für neue Gewohnheiten

Banner_Abdigest_klein300_2017Das Fasten ist eine sehr gute Möglichkeit, die eigenen Ernährungsgewohnheiten zu verändern. Der Geschmackssinn ist geschärft und einfache Gerichte schmecken viel intensiver als vorher. Diesen Effekt kann man sich zunutze machen und neue Essgewohnheiten aufbauen.

Auch der Umgang mit Genussgiften lässt sich nach dem Fasten leichter ändern.

Da man während des Fastens ohnehin viel Wasser und Tee getrunken hat, fällt es jetzt auch leichter, das Trinkverhalten umzustellen. Der Darm freut sich, wenn zwei Liter Wasser täglich ihn bei der Arbeit unterstützen.

Wer sollte nicht fasten?

Fasten tut gut und lindert viele Erkrankungen. Allerdings ist es nicht geeignet für Menschen mit Bulimie und Magersucht. Wer stark übergewichtig ist, sollte ebenfalls nicht auf eigene Faust fasten. Bei Erkrankungen der Schilddrüse, der Nieren und der Leber ist eigenständiges Fasten ebenfalls ausgeschlossen.
Grundsätzlich gilt: Wer unter einer Erkrankung leidet und / oder regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte sich vor dem Fasten ärztlichen Rat einholen.

Für gesunde Menschen bedeutet das Fasten eine nachhaltige Verbesserung ihres Befindens und erleichtert den Einstieg in eine gesündere Lebensweise.

Bildnachweis: © mimagephotos – Fotolia

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Artikelbild: © kei907

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