10. Eine darmgesunde Lebensweise: Du bist, was du isst

Wenn Sie heute noch vorhaben, tief durch Ackerland stapfend hinter Ihrem Pferd den Pflug zu führen, und anschließend das Holz für den kommenden Winter zu hacken, greifen Sie beruhigt zu der guten, alten Hausmannskost: Sie wird Ihnen und Ihrem Körper gut tun. Sollten Sie jedoch neuzeitlicher leben und arbeiten – mit Hilfe von Maschinen oder sitzend im Büro – kommt eher moderne Kost infrage: Wenig mageres Fleisch, Fisch, frische Salate, viel kurz gegartes Gemüse sowie Früchte, idealerweise als frisch gepresster Saft. Nur das ballaststoffreiche Brot unserer Altvorderen sollten Sie kaufen oder backen und gern die alten, glutenärmeren Getreidesorten dafür verwenden.

Im Zuge der Industrialisierung unserer Lebensmittelproduktion haben wir uns rasant mitentwickelt. Die Essenszubereitung wurde praktisch und zeitsparend. Auf der Strecke bleiben Genuss und Gesundheit – beides ist aber eng miteinander verbunden. Obgleich immer wieder eine gesunde Ernährung angemahnt wird, spätestens zum jährlichen „Pfundepurzeln“ im Frühling nach den winterlichen Festessen und Naschereien, bleibt der Hauptakteur außer Acht: der Darm, unsere gesundheitliche Mitte.

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Vorsorge statt Nachsorge

Dabei ist es so einfach, ihm gut zu tun. Und mit weit weniger Aufwand verbunden als später, wenn bereits Intoleranzen entstanden sind, die Zutatenlisten in den Supermärkten zu studieren. Vorbeugung heißt: so naturbelassen wie möglich. Die Koch- und Esskultur der fertigen Suppen- und Soßentüten sowie Tiefkühlpackungen für die Mikrowelle mutet unserem Verdauungssystem Stoffe zu, die der Körper weder benötigt noch einordnen kann. Wenn Salat, dann mit viel zu saurem Dressing, das zudem Geschmacksverstärker erhält. Die werden jedoch schlichtweg als Fremdstoff behandelt und belasten täglich unser Immunsystem – als hätte es nicht anderes zu leisten.

Die Folge: Unseren freundlichen Darmbakterien passt das Milieu nicht mehr, das wir Ihnen im Darm schaffen. Und in diesem Fall hilft es auch nicht nachhaltig, Probiotika einzunehmen. Es ist eher eine Notmaßnahme, die eine Wende einleiten sollte. Ebenso wenig sind Darmreinigung und Darmsanierung ein Anlass, sich anschließend wieder der vorigen Lebensweise zuzuwenden. Dann wird sie garantiert nicht vorhalten. Allein eine basische Ernährung kann den Darm in volle Funktionstüchtigkeit setzen zur Aufnahme von Nähr- und Abwehr von Schadstoffen und um die Magensäure so zu regulieren, dass die Magenschleimhaut intakt bleibt und es nicht zu Entzündungen kommt.

Sofern man beispielsweise auf koffeinhaltige Limonaden verzichtet – was für die einen Durstlöscher ist, nutzt der andere als Abflussreiniger. Die ätzende Phosphorsäure löst spielend organisches Material auf – was passiert damit im Darm mit den so fragilen mikroorganischen Welten?

Wir kennen hinreichend die entsprechenden Mahnungen, sie werden ja bereits in der Schule mit auf den Weg gegeben: Unsere Ernährung ist zu süß, zu salzig und zu fett – bezogen auf ungesunde Fette und Öle. Süßes ist zu einer eigenen Mahlzeit geworden. Die zuckrigen Flakes zum Frühstück, das Stück Kuchen zum Kaffee, der Pudding als Snack. Auch Salz gehört zu den täglichen Sünden. Dabei ist es ganz einfach, sich umzugewöhnen. Verwenden Sie nach und immer weniger. Ihre Geschmacksnerven gehen mit und gewöhnen sich daran. Schon nach wenigen Wochen empfinden Sie die ursprüngliche Prise als ein Zuviel. Wenn Sie Zucker, Salz und ungesunde Fette reduzieren, ernähren Sie sich weitgehend basisch.

Ein weiteres Reizthema für Ihre kleinen Helfer im Darm: Stress. Vermeiden Sie Hektik, soweit es geht, und schaffen Sie Ausgleich. Essen Sie bewusst, weder lesend noch vor dem Fernseher oder dem Tablet. Kauen Sie gründlich und hören Sie auf, wenn Ihr Hirn es Ihnen mitteilt, nicht wenn der Teller leer ist. Aber geben Sie Ihrem Körper Zeit für die Rückmeldung!

Ein weiteres Reizthema für Ihre kleinen Helfer im Darm: Stress. Vermeiden Sie Hektik, soweit es geht, und schaffen Sie Ausgleich. Essen Sie bewusst, weder lesend noch vor dem Fernseher oder dem Tablet. Kauen Sie gründlich und hören Sie auf, wenn Ihr Hirn es Ihnen mitteilt, nicht wenn der Teller leer ist. Aber geben Sie Ihrem Körper Zeit für die Rückmeldung!

Manchmal kann schon das leichte Drehen an einer Stellschraube große Wirkungen bringen: etwa eine Vollkornstulle und ein Apfel auf einem kurzen Spaziergang in der Mittagspause anstelle eines hastig eingenommenen, lange warmgehaltenen Kantinenessens. Die „Darmputzer“ Pektine, die vor allem in der Schale der Frucht vorkommen, begünstigen übrigens das Wachstum jener Bakterien, die für uns besonders nützlich sind. Der Spruch „An apple a day keeps the doctor away“ kommt also nicht von ungefähr.

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Artikelbild: © kei907