Kohlenhydratunverträglichkeit und Reizdarmsyndrom

Fast immer im Spiel: Die Kohlenhydratunverträglichkeit

Die häufigsten Vertreter von Kohlenhydratunverträglichkeiten kennen Sie bereits: Sie heißen Laktose-, Fructose- und Sorbit-Intoleranz. Bei sehr vielen RDS Patienten führt der Genuss dieser Zuckerarten zu unterschiedlich stark ausgeprägten Verdauungsproblemen. Andere Unverträglichkeitsreaktionen haben im Vergleich zu ihnen als Trigger von funktionellen Beschwerden eine nur geringe Bedeutung.

Fructoseintoleranz und RDS Laktoseintoleranz und RDS Sorbitintoleranz und RDS

Wenn Ihnen die Zusammenhänge bekannt sind und Sie wissen, welche Nahrungsmittel Sie in welchen Mengen vertragen, so stellen diese Kohlenhydratunverträglichkeiten in der täglichen Ernährung kein großes Problem dar. Anders sieht es aus, wenn man als Betroffener seinen unberechenbaren Verdauungsstörungen hilflos ausgeliefert ist, weil man keine Kenntnis von seinen Intoleranzen hat. Ist dies der Fall, dann können Alltagssituationen zur Hölle werden und bis zur Entwicklung tiefgreifender funktioneller Störungen ist es nur noch eine Frage der Zeit.

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Kohlenhydratunverträglichkeit – bin ich betroffen?

Für Sie ist es nun an der Zeit, herauszufinden, ob Sie an einer Kohlenhydratunverträglichkeit leiden oder nicht. Prinzipiell gilt für alle drei der betroffenen Zuckerstoffe, dass Sie für einen Zeitraum von etwa zwei Wochen vom Speiseplan verbannt werden müssen. Lassen die Verdauungsbeschwerden während dieser Zeit deutlich nach, so sollten Sie während der gesamten Reizdarm Diät – also 6-12 Wochen – und wahrscheinlich auch darüber hinaus gemieden oder zumindest in deutlich geringerem Umfang und vor allem bewusst konsumiert werden.

Problematisch wird es, wenn mehrere Unverträglichkeitreaktionen parallel vorliegen, weil einzelne Nahrungsmittelbestandteile dann nur mit großem Aufwand und einer sehr einschränkenden Eliminationsdiät als Trigger identifiziert werden können. Leider ist dies bei RDS Patienten sehr häufig der Fall. Es empfiehlt sich daher bei Verdacht auf eine solche „multiple“ Malabsorption, Provokationstests mit großen Mengen der einzelnen Nahrungsmittel durchzuführen oder beim Arzt bzw. in einer Klinik verschiedene H2-Atemtests zu machen. Näheres hierzu und zu den Eliminationsdiäten lesen Sie in den folgenden Artikeln

Erbsen, Bohnen, Linsen, Kohl – Finger weg von Hülsenfrüchten und Kohlgemüse

Hülsenfrüchte und Kohlgemüse besitzen einen hohen Anteil an den Kohlenhydraten Stachyose und Raffinose, die für den menschlichen Organismus unverdaulich sind und daher im Dickdarm bakteriell fermentiert werden. Bei diesem Vorgang entstehen, wie bei Laktose-, Fruktose- und Sorbit-Intoleranz Stoffwechselprodukte, die zu harmlosen, aber besonders für RDS-Patienten gravierenden Verdauungsbeeinträchtigungen führen. Der hohe Anteil unverdaulicher Faserstoffe in Hülsenfrüchten verstärkt diese Problematik zusätzlich. Gesunde Menschen verspüren nach dem Genuß von Erbsen, Bohnen, Linsen, Zwiebeln und allen Arten von Kohlgemüse allenfalls Blähungen und eine beschleunigte Verdauung. RDS Patienten dagegen empfinden die Gas- und Säureentwicklung, die der bakteriellen Zersetzung von Kohlenhydraten und Ballaststoffen folgt, als Krankheitsverstärker. Die gasbedingte Auswölbung der Darmwände wird als Bauchschmerz wahrgenommen, kurzkettige Fettsäuren regen die Peristaltik an und verstärken durchfallartige Tendenzen, und nicht zuletzt führt die osmotische Wasserbindung zu erhöhtem Stuhlvolumen und in Folge dessen zu Stuhldrang. Meiden Sie daher alle Arten von Hülsenfrüchten und Kohl während Ihrer RDS Diät.

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Artikelbild: © kei907

Weiterführende Informationen

Darmsanierung  Durchfall Auslöser Essverhalten

 

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