Laktoseintoleranz und Reizdarmsyndrom

Laktoseintoleranz – bin ich betroffen?

Nach offizieller Definition gilt als laktoseintolerant, wer nach dem Genuss von 8-10 Gramm Laktose (Milchzucker) Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder durchfallartige Beschwerden, Blähungen, Schmerzen oder Bauchgeräusche verspürt. Etwa 10 Gramm Laktose befinden sich in einem Glas Milch (0.2 Liter). Es ist allerdings durchaus möglich, dass Sie erst bei größeren Mengen Beschwerden wahrnehmen. Man spricht dann zwar definitionsgemäß nicht von einer Laktoseintoleranz, der regelmäßige Verzehr von Milchzucker wird aber dennoch Ihre Reizdarmproblematik vorantreiben.

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Wie finde ich heraus, ob ich laktoseintolerant bin?

Um herauszufinden, ob Sie von einer Laktoseintoleranz betroffen sind, sollten Sie für zwei Wochen alle Nahrungsmittel meiden, die Milchzucker enthalten. Verringern sich Ihre Beschwerden in diesem Zeitraum deutlich, so sollten Sie auch in der Folgezeit die Eliminationsdiät beibehalten. Um ganz sicher zu gehen, können Sie im Anschluss an die zweiwöchige Testphase einen Provokationstest durchführen: Trinken Sie auf leeren Magen mindestens ein Glas Milch oder eine in Wasser gelöste Menge von mindestens 10 Gramm Milchzucker (als natürliche Verdauungshilfe im Einzelhandel erhältlich) und beobachten Sie Ihren Körper in den darauffolgenden Stunden. Sie werden sehr schnell feststellen, ob eine Laktoseintoleranz bei Ihrer RDS Problematik eine Rolle spielt oder nicht.

Bedenken Sie, dass Sie mit der täglichen Nahrung bis zu 50 Gramm (!) Milchzucker einnehmen, ohne es zu wissen. Es ist daher ratsam, die Testmenge auf ein entsprechendes Maß zu erhöhen, um einen realistischen Eindruck von den durch Milchzucker verursachten Beschwerden zu bekommen.

Der Nachweis einer Laktoseintoleranz lässt sich auch durch ein klinisches Testverfahren erbringen. Mit Hilfe eines H2-Atemtests, bei dem nach „Provokation“, also nach dem Verzehr von 50 Gramm Laktose in einer Wasserlösung die Wasserstoffabatmung der Lunge über einen Zeitraum von drei Stunden gemessen wird, lassen sich Rückschlüsse ziehen auf die Absorption der Laktose im menschlichen Körper. Natürlich kann es auch hier bei den Betroffenen zu teils heftigen Durchfällen kommen.

In der modernen Nahrungsindustrie findet Laktose aber

auch bei zahlreichen Produkten Verwendung, in denen

man keinen Milchanteil erwarten würde.

Welche Nahrungsmittel muss ich bei Laktoseintoleranz meiden?

Milchzucker ist, wie der Name schon sagt, in Milch und allen daraus hergestellten Milchprodukten enthalten. Sie sollten daher, zumindest während der zweiwöchigen Karenzzeit, vollständig gemieden werden.

In der modernen Nahrungsindustrie findet Laktose aber auch bei zahlreichen Produkten Verwendung, in denen man keinen Milchanteil erwarten würde. So ist Milchzucker zum Beispiel unter dem Begriff „Zuckerstofe“ in fast allen industriell hergestellten Wurstsorten enthalten.

Darüber hinaus befindet sich Milchzucker in großen Mengen in Backwaren, Soßen, Speiseeis, Klößen, Kroketten, Fast-Food-Produkten, Gewürzmischungen und vielen anderen Fertigprodukten. Auf den Zutatenlisten von Fertigprodukten findet man Hinweise auf einen hohen Laktosegehalt: Neben den Begriffen Laktose und Milchzucker weisen auch Molkenpulver, Vollmilchpulver, Magermilchpulver, Molke und Molkenerzeugnisse auf einen hohen Gehalt des unverträglichen Kohlenhydrats hin. Vermeiden Sie also unbedingt Nahrungsmittel, in denen diese Zutaten ausgewiesen sind oder die ansonsten auf einen Milchanteil schließen lassen (z. B. Rahm oder Sahne). Nähere Informationen zur Laktoseintoleranz finden Sie hier.

Sie sind von der Laktoseintoleranz betroffen? Dann probieren Sie doch mal unsere Laktosefreien Rezepte aus!

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Artikelbild: © kei907

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