Sorbitintoleranz bei Reizdarm

Sorbitintoleranz: E420 und Reizdarm

Der Zuckeraustauschstoff Sorbit (E420) dient in der Nahrungsmittelindustrie als Trägerstoff für flüchtige oder instabile Substanzen. Er findet Verwendung bei der Herstellung von Süßwaren, in Diabetikerkost, Backwaren, Aromen, Vitamin- und Enzympräparaten sowie als Emulgator.

Sorbit wird grundsätzlich als unbedenklich eingestuft, kann aber wie andere Zuckeraustauschstoffe (z. B. Xylit, Mannit, Palatinit) in großen Mengen abführend wirken. Besteht ein Lebensmittel aus mehr als 10% eines Zuckeraustauschstoffes, so muss es nach der „Verordnung über diätetische Lebensmittel“ mit dem Hinweis „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken“ gekennzeichnet sein. Bei Menschen mit Sorbitintoleranz sind jedoch schon weniger als 10% problematisch.

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Sorbitintoleranz – Reizdarmsyndrom sorgt für Symptome

Ein gesunder Mensch wird nach dem Verzehr von 10 Gramm Sorbit in einer Einzelmahlzeit bzw. nach rund 50 Gramm als Tagesmenge Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen verspüren. Diese Grenzwerte können wegen des umfangreichen Einsatzes von Zuckeraustauschstoffen in industriell hergestellter Fertignahrung leicht überschritten werden.

Menschen mit einem Reizdarmsyndrom verspüren darüber hinaus bereits bei deutlich niedrigeren Konzentrationen Symptome, die auf die bekannte Malabsorptions Problematik zurückzuführen sind. Liegt nämlich bereits eine Schädigung der enzymtragenden Darmschleimhaut vor, wie dies bei RDS Patienten durch die andauernden Verdauungsstörungen häufig der Fall ist, so ist die Wahrscheinlichkeit für eine Sorbitintoleranz gegenüber einem gesunden Menschen deutlich erhöht.

Die Sorbitunverträglichkeit erkennen

Beobachten Sie zur Abklärung einer Sorbitunverträglichkeit für einen Zeitraum von zwei Wochen Ihre Ernährungsgewohnheiten in Bezug auf Sorbit. Schränken Sie den Konsum dieses Zuckeraustauschstoffes ein, indem Sie folgende Lebensmittel auf ihren Sorbitgehalt hin überprüfen und gegebenenfalls sparsam verwenden: Süßwaren, kalorienreduzierte Fertiggerichte, Süßstoff, Senf, Mayonnaise, Gebäck, Marzipan, diverses Obst (siehe Tabelle), Nahrungsergänzungsmittel, flüssige Medikamente, Kaugummi und Mint-Bonbons. Werden die Beschwerden besser? Dann kann es sein, dass bei Ihnen eine Sorbitintoleranz vorliegt. Sie sollten daher dauerhaft auf die verzehrten Sorbitmengen achten. Ein vollständiger Verzicht ist in der Regel aber nicht nötig, da selbst bei einer Sorbitunverträglichkeit meist sehr kleine Mengen Sorbit vertragen werden. Beachten Sie auch, dass Ihrem Körper bei einer Unverträglichkeit durch die Aufnahme der entsprechenden Stoffe kein nachhaltiger Schaden zugefügt wird. Die Symptome können zwar sehr unangenehm sein, sind aber nicht dauerhaft.

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Artikelbild: © kei907

Weiterführende Informationen

Diagnose Reidarmsyndrom  Hilfe bei Raizdarm

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