Laktoseintoleranz die Milch machts

9. Laktoseintoleranz: Die Milch macht`s

Milch ist ein gesundes Nahrungsmittel: Muttermilch ist optimal auf den Bedarf des Säuglings abgestimmt und versorgt das kindliche Immunsystem außerdem mit wichtigen Stoffen und Informationen. Nach dem Abstillen wird sie oft ersetzt durch Kuh- oder Ziegenmilch. Babys verfügen in der Regel über genügend Laktase, ein Eiweiß, das den Milchzucker aufspaltet, damit der Organismus die Milch und die darin enthaltenen Vitalstoffe sowie Kalzium verwerten kann.

Gründe einer Laktoseintoleranz

Doch bei immer mehr Menschen treten – meist erst im Erwachsenenalter – Laktoseintoleranzen (Laktosemalabsorption) auf. Das betrifft in unseren Breiten 10 bis 20 Prozent und äußert sich in Symptomen wie Durchfall, Darmkrämpfe, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit. Blähungen sind ebenfalls ein häufiges Symptom: Wird der Milchzucker nicht mit Hilfe von Laktase gespalten, sodass die Bestandteile verstoffwechselt werden können, machen sich Mikroorganismen darüber her und vergären einen Teil der Stoffe. Dabei entstehen die lästigen Gase.

Wer bei einer unerkannten Laktoseintoleranz weiterhin zu viel Milch und damit Milchzucker zu sich nimmt, kann damit entzündliche Prozesse im Darm auslösen. Damit sie nicht chronisch werden, ist eine ärztliche Diagnose (H2-Atemtest) unabdingbar. Ein Hinweis auf eine Intoleranz kann sein, wenn Medikamente gegen Durchfall nicht anschlagen.

Es gibt auch Laktoseintoleranzen, die erst durch einen aus der Bahn geworfenen Darm entstehen, in dem nicht mehr genügend Laktase gebildet wird. Dann ist alles hilfreich, was die Darmschleimhaut wieder aufbaut. Damit wird gleichzeitig verhindert, dass zusätzliche Probleme durch die Beeinträchtigung des Darms entstehen wie Pilzinfektionen oder Allergien. Auch bei anderen Formen der Laktoseintoleranz ist eine Sanierung der Darmflora immer eine wichtige Maßnahme, um den Darm wieder mit schützenden Mikroorganismen auszustatten. Empfehlenswert ist nach einer Darmreinigung (Flohsamen, Heilerde, Bentonit) die Einnahme eines Präparates mit Probiotika: lebende Mikroorganismen unterschiedlicher Kulturen, die in sehr hoher Zahl durch den Magen hindurch in den Darm geschleust und dort freigesetzt werden. Die Darmflora benötigt täglich Milliarden von ihnen. Da der Darm erst dann wieder selbst genügend Probiotika bildet, wenn er regeneriert ist, empfiehlt sich eine probiotische Darmsanierung über mehrere Wochen oder Monate.

Wir sind also Unverträglichkeiten nicht unbedingt hilflos ausgeliefert. Ist der Darm gesund, die Darmflora im Gleichgewicht, geht es uns besser, die Reaktionen des Körpers schwächen sich ab. Das gilt vor allem für Intoleranzen, die aufgrund einer angegriffenen Darmflora entstanden sind.

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Laktoseintoleranz heute

Eine Laktoseintoleranz ist heutzutage gut zu handhaben. Viele Supermärkte verfügen über ein laktosefreies Sortiment, Reis- oder Hafermilch und Soja werden als Ersatz genutzt. Selbst in vielen Coffee Shops ist laktosefreie Milch erhältlich. Wenn Sie ganz auf Milch und Milchprodukte verzichten müssen, sollten Sie das Kalzium ersetzen durch Mineralwasser mit hohem Kalziumgehalt, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Bananen. Dies ist nicht zur Vorbeugung von Osteoporose vor allem bei Frauen notwendig, sondern auch für die Blutgerinnung und die Arbeit von Muskeln, etwa dem Herzen.

Sind eine probiotische Darmsanierung und parallel eine strikte Diät erfolgt, können Sie nach und nach ausprobieren, wie viel Kaffeesahne, Speiseeis oder Quarkspeise Sie vertragen. Naturjoghurt und lang gereifter Käse können ohnehin gegessen werden. Es gibt auch Präparate mit Laktase zum Einnehmen.

Eine probiotische Darmsanierung sollte auch bei Beschwerdefreiheit kurmäßig erfolgen, etwa in Frühjahr und Herbst.

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Artikelbild: © kei907