Abführmittel und ihre Wirkungen

Abführmittel beschleunigen die Stuhlentleerung bei einer Verstopfung. Es gibt verschiedene Arten von Laxantien, wie die Abführmittel in der Fachsprache heißen. Sie wirken verschieden schnell und auf unterschiedliche Weise, um die Verdauung in Schwung zu bringen. Erfahren Sie hier mehr zu diesem Thema und auch zu den allgemeinen Nebenwirkungen, die Abführmittel haben können.

Schnell wirkende Abführmittel

Schnell bei Verstopfung helfen Zäpfchen und Einläufe. Wer zu einem solchen Mittel greift, sollte aber aufgrund der relativ kurzen Wirkungsdauer in der Nähe einer Toilette bleiben. Mit den Zäpfchen oder Einläufen gelangen je nach verwendetem Mittel zum Beispiel Paraffin oder Glycerin in den letzten Darmabschnitt und bilden dann dort einen Gleitfilm auf der Darmwand. Dadurch kann der Darm dann besser entleert werden.

Langsamer wirkende Mittel zum Abführen

Tabletten, Lösungen und Quellmittel sind Mittel, die oral eingenommen werden. Sie haben regelmäßig eine längere Wirkungsdauer. Bei Tabletten oder Lösungen dauert es normalerweise zwischen sechs und zehn Stunden bis die abführende Wirkung einsetzt. Sie sollten deshalb am besten gegen Abend kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden, damit Sie über Nacht ihre Wirkung entfalten können. Noch länger dauert es bei Quellmitteln, deren Wirkung in der Regel erst nach zwei bis drei Tagen einsetzt. Die Quellmittel sollten besser tagsüber eingenommen werden, damit gleichzeitig viel getrunken werden kann.

Abführmittel mit osmotischer Wirkung

Zu den Abführmitteln mit osmotischer Wirkung zählen neben Bittersalz (Magnesiumsulfat) und Glaubersalz (Natriumsulfat), unter anderem auch Milchzucker, Lactulose, Macrogol und Sorbit. Sie wirken abführend, indem sie Wasser im Darm zurückhalten und binden. Dadurch wird das Stuhlvolumen vergrößert und somit ein Stuhlreiz ausgelöst. Zudem kann der Stuhl besser ausgeschieden werden, da er eine weichere Konsistenz erhält.

Hydragoge Abführmittel

Ein sehr bekanntes Beispiel für ein hydragoges Abführmittel ist das Rizinusöl. Außerdem gehören pflanzliche Stoffe, wie unter anderem Rhabarber, Aloe und Sennesblätter, sowie synthetische Wirkstoffe, wie zum Beispiel Natriumpicosulfat und Bisacodyl, zu dieser Gruppe. Diese Abführmittel fördern den Einstrom von Wasser aus der Darmwand in den Darm, wodurch der Stuhl aufgeweicht wird. Teilweise regen sie auch die natürliche Darmbewegung an.

Quellmittel zum Abführen

Quellmittel mit den Inhaltsstoffen aus zum Beispiel Leinsamen oder Flohsamen wirken sehr mild abführend. Sie binden Wasser und vergrößern auf diese Weise den Darminhalt. Dadurch quellen sie den Darm auf. Gleichzeitig wird der Darminhalt weicher und damit gleitfähiger. Wichtig ist bei diesen Mitteln eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Denn ansonsten können sie im schlimmsten Fall einen Darmverschluss verursachen. Deshalb eignet sich diese Art von Abführmitteln nicht für Personen, die wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung nur eine begrenzte Menge an Flüssigkeit zu sich nehmen dürfen.

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Allgemeine Nebenwirkungen von Abführmitteln

Bei der Einnahme von Abführmitteln können auch Nebenwirkungen auftreten. Unter anderem kann es zu Blähungen und leichten Bauchkrämpfen kommen, sobald das Mittel zu wirken beginnt. Teilweise sind auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich. So kann zum Beispiel auch die Wirksamkeit der Anti-Baby-Pille eingeschränkt werden, wenn es durch das Abführmittel zu Durchfall kommt. In solchen Fällen, in denen Durchfall erzeugt wird, kann zudem der Elektrolythaushalt durcheinandergeraten und die Darmwand gereizt werden. Mit dem Durchfall geht dann auch ein hoher Wasserverlust einher. Auf lange Sicht können Abführmittel den Darm auch träge machen, wenn sie über einen längeren Zeitraum oder zu häufig angewendet werden.

Nicht direkt eine Nebenwirkung, aber eine Folge der Einnahme eines Abführmittels ist es auch, dass es nach der vollständigen Entleerung des Darmes bedingt durch die Wirkung des Mittels etwas länger dauern kann, bis sich der Darm wieder meldet, als es gewöhnlicherweise der Fall ist. Es liegt dann in der Regel keine erneute Verstopfung vor, wie es fälschlicherweise vermutet werden könnte. Eine erneute Einnahme eines Abführmittels ist dann nicht notwendig.

Vorbeugen ist besser

Besser als jedes Abführmittel gegen Verstopfung ist es allerdings entsprechend vorzubeugen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang nicht nur eine ballaststoffreiche Ernährung, sondern auch ausreichend Bewegung und eine hinreichende Flüssigkeitszufuhr. Sollten Sie doch einmal zu einem Abführmittel greifen müssen, lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder in der Apotheke beraten. Falls Sie häufiger unter Verstopfungen leiden, lassen Sie unbedingt die Ursache durch einen Arzt abklären.

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