Vorsicht vor Selbstdiagnose bei Glutenunverträglichkeit

Vorsicht vor Selbstdiagnosen bei Glutenunverträglichkeit

Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien scheinen heute Modeerscheinungen zu sein. Es gibt fast niemanden, der nicht irgendetwas nicht verträgt. Besonders Gluten scheint es einigen angetan zu haben. Kein Wunder, werden wir doch immer häufiger im Alltag mit Glutenunverträglichkeiten und entsprechend glutenfreien Produkten konfrontiert. Da ist die Verlockung groß, Bauchschmerzen, Blähungen und Co, die nach dem Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel auftreten, einer Glutenunverträglichkeit zuzuschreiben.

Zöliakie – eine Autoimunerkrankung

Aber hier ist Vorsicht geboten! Während bei einer Unverträglichkeit der Verzehr von entsprechenden Inhaltstoffen lediglich unangenehme Symptome hervorruft, gibt es zusätzlich die „echte“ Zöliakie, auch Sprue genannt. Bei dieser Autoimunerkrankung ist der Darm aufgrund von Antikörperbildungen gegen Gluten entzündet. Neben den unangenehmen Symptomen können ernsthafte Erkrankungen die Folge sein.

Und genau da ist das Problem: Eine Unverträglichkeit oder Allergie sollte genau diagnostiziert werden – von einem Fachmann. Denn es besteht ein Unterschied darin, ob Gluten ggf. Bauchschmerzen hervorrufen kann, der Verzehr von glutenhaltigen Produkten also in Ordnung ist, solange man die Symptome in Kauf nimmt. Oder aber, ob der Verzehr von Gluten wirklich zu ernsthaften Folgeerkrankungen führen kann.

Die Bandbreite möglicher Folgeerkrankungen ist groß. Krebs ist eine davon. Wer also unter einer Zöliakie leidet, sollte zwingend auf Gluten verzichten.

Abdigest 

Bauchschmerzen sind noch lange keine Intoleranz

Ganz nach dem Motto „jedes Böhnchen gibt sein Tönchen“, würde sich vermutlich niemand nach dem Genuss eines Bohneneintopfes über Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen wundern. Bei anderen Nahrungsmitteln scheint das anders zu sein. Doch oftmals sind die Symptome kein Indiz für eine Unverträglichkeit, Allergie oder die Autoimunerkrankung Zöliakie. Häufig sind es einfach zu fettiges Essen, jede Menge Stress oder das hastige Herunterschlingen unserer Mahlzeit, die am Ende für Bauchschmerzen sorgen. Schon eine Umstellung der Essgewohnheiten – ohne einen rigorosen Verzicht auf bestimmte Bestandteile wie Gluten – kann eine deutliche Verbesserung hervorrufen.

Die Zöliakie bestätigt der Fachmann

Um eine Zöliakie eindeutig zu diagnostizieren ist ein Fachmann notwendig. Zwar können eine Ausschluss Diät und das führen eines Symptomtagebuchs schon erste Erkenntnisse liefern, Gewissheit schafft jedoch nur eine Darmbiopsie.

Die Diagnose ist auch notwendig, um einer Mangelernährung vorzubeugen. Denn wer seine Essgewohnheiten strikt umstellt und auf bisher selbstverständliche Lebensmittel verzichtet, läuft Gefahr, dass sein Körper nicht mehr mit all den Stoffen versorgt wird, die er dringend benötigt. Dies gilt übrigens auch für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien. Die richtigen Ansprechpartner in diesem Fall sind der Hausarzt bzw. ein Arzt oder Ernährungsberater, die sich auf Nahrungsmittelintoleranzen spezialisiert haben.

 

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